Wie wir arbeiten

Erst messen, dann denken

Montag, 7:46 Uhr, das Telefon klingelt: Die Anlage schwächelt. Ob wir diese Woche kommen können? Wir können.

Vor Ort liegt die Anlagendokumentation auf dem Tisch: 373 Seiten, alle Werte im grünen Bereich. Nur der Gaszähler sieht das anders. Also packen wir zuerst die Messtechnik aus, die Ideen haben noch Zeit. Danach wissen wir, was die Anlage wirklich tut. Mit Seite 212 der Dokumentation hat das wenig zu tun.

Erst dann entsteht das Konzept: Was bringt am meisten, was kostet am wenigsten, und was behält die Grenzwerte im Blick? Jede Maßnahme muss sich an den gemessenen Zahlen bewerten lassen.

Und dann bleiben wir an der Anlage. Einen Hebel um 10 % rauf, den anderen um 17,5 Grad runter, nachmessen, nachjustieren, noch einmal nachmessen. Warum ausgerechnet 10 % und 17,5 Grad? Geraten ist das nicht. Dahinter stecken Jahre an Forschung und mehrere öffentlich geförderte Vorhaben, deren Verfahren heute in der Produktion laufen.

Am Ende stimmen die Emissionswerte, und die Abgastemperatur liegt rund 30 °C tiefer. Der Gaszähler dreht sich zum ersten Mal langsamer, als der Betriebsleiter zur Kaffeemaschine läuft. Dass dabei 12 % weniger Gas verbraucht werden, war eigentlich nur Beifang.

Schwächelt auch Ihre Anlage, oder hat Ihr Gaszähler eine eigene Meinung? Rufen Sie uns an, am besten montags. Und wenn es geht, gern auch nach 9 Uhr.

Messen

Mit eigener Messtechnik, am laufenden Prozess und ohne Produktionsunterbrechung, über repräsentative Produktionswochen:

  • Gesamtkohlenstoff im Roh- und Reingas (FID)
    – maximal 9 x parallel möglich
  • CO, NO, CO2, O2 – mit IR-Analysatoren – max. 3 x parallel möglich
  • Einzelstoffe per FTIR-Spektroskopie
  • Wir nehmen die Proben nasschemisch vor Ort (z. B. bei Formaldehyd absorptiv), anschließend analysiert sie ein Fachlabor
  • Volumenstrom mit Staudrucksonde und Differenzdruck
  • Temperaturen
  • Messdatenerfassung, auch mit mehreren hundert Messkanälen

Bewerten und planen

Energie- und Stoffbilanz über die ganze Kette aus Produktion, Trockner und Abgasreinigung. Daraus entsteht ein Konzept mit Einsparpotenzial und Investitionsrahmen, das die Anforderungen aus Genehmigung und Arbeitssicherheit berücksichtigt.

  • Die Daten aus Istzustandsmessungen werden bereinigt
    und ggf. ergänzt um Prozesswerte / Prozessänderungen etc.
  • Wir entwickeln datenbasierte und physikalisch fundierte Modelle, analysieren Ihre Anlagen und optimieren Betrieb und Regelung, für weniger Energieverbrauch und stabilere Prozesse

Umsetzen

Aus der Analyse wird wieder Praxis. Wir setzen die Lösung selbst um oder unterstützen die Umsetzung durch Dritte, begleiten sie bis zur Inbetriebnahme und belegen den Erfolg durch Nachmessung.

  • SPS-Programmierung für Siemens S7, TIA
    und Visualisierung aus dem eigenen Haus
  • Begleitung bis zur Inbetriebnahme
  • Nachmessung mit demselben Verfahren wie vorher

Forschen

  • Mitarbeit an VDI-Richtlinien
    VDI 2441 Prozessgas- und Abgasreinigung durch Kaltplasmaverfahren – Barriere-, Koronaentladung, UV-Strahlung,
    VDI 2442 Abgasreinigung; Verfahren und Technik der thermischen Abgasreinigung,
    VDI 3475-3 Emissionsminderung; Anlagen zur mechanischen und biologischen Behandlung von Siedlungsabfällen,
    VDI 3930 Abgasreinigung – Effiziente Nutzung der Abwärme industrieller Abgase
  • Vorträge auf der VDI-Fachtagung Emissionsminderung, zuletzt 2024 und 2026
  • Laufende Arbeiten: elektrische Beheizung der regenerativen Nachverbrennung sowie Prozessdaten und maschinelles Lernen mit der Audi AG und applied AI
  • LAVA ist aus einem geförderten Vorhaben entstanden (EFRE/NBank, 2010–2012)